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Wo Nähe bleibt

Das Abendspät verdunkelt Leeres,
die Feder ruht in meiner Hand,
als wäre sie unfassbar Schweres –
die Nacht wischt Farbe von der Wand.

Vergessen scheinen all die Weisen
von gestern und der Zeit davor,
die kalten, warmen, lauten, leisen –
und die, in die ich mich verlor.

Ich sitze still im Kreis der Stunden,
das Leben dreht – ich drehe mit.
Es brennen heiß vergangne Wunden,
doch auch das Glück hält treu den Schritt.

Die Gondeln wiegen sich im Schweigen,
durch Dämmer, Staub und fernen Traum.
Was einst zerbrach, will sich verneigen
und wächst zurück zum Lebensraum.

Ich spann behutsam meine Zeilen,
und leg mein Wort in milden Wind.
Verklungen ist das alte Weilen –
zu fein der Faden, den es spinnt.

Wenn sich der Tag in Stille legt,
und Licht auf meiner Spur verweilt,
spür ich ein Lächeln, das mich prägt
und manch Zerbrochnes langsam heilt.

Es ist ein zartes, mildes Schweben,
ein Stern, der durch die Nächte fällt.
Es lässt mich teilen, lässt mich geben –
und schreibt mich tief in diese Welt.

Und wenn die Wege leiser werden,
Verstummtes meine Schritte führt,
dann schwingt in mir, was blieb im Werden,
und mich im Innersten berührt.

Gedicht

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