Wo der Frieden wohnt
Unter dem gemalten Baum
spielten wir, lachten,
warfen Staub in die Luft,
grau und schwer
im fahlen Abendlicht.
Ich drehte mich im Kreis,
meine kleine Puppe
sang mir ein Lied,
und ich sah ein Mädchen
in sauberem Weiß,
wie es Tropfen aus einer zerbrochenen Flasche fing
und sie auf eine Blume legte,
die traurig im Schutt
zu ihren Füßen lag.
Sie sah mich an,
so nah und doch so fern,
und lächelte im Licht
des Liedes der Taube.
Mama, nimm meine Hand,
lass uns gehen,
dorthin, wo der Frieden wohnt,
unter dem alten Feigenbaum,
wo wir ewig spielen,
bis der allerletzte Traum
uns sanft umarmt.
Doch plötzlich kam der Donner,
kein Regen,
nur Feuer und Splitter,
die Welt zerbrach,
und ich fiel in den Staub
zwischen kalten Steinen.
Ich rief nach dir, Mama,
doch der Wind verschluckte meinen Namen,
und alles wurde schwer und leer,
wie der Baum,
der seine Blätter verlor
und nackt nach der Sonne griff,
die nicht mehr kam.
Auf dem Weg zu dir
stolperte ich nicht,
doch der schwarze Schatten
schaute auf die Uhr
und schüttelte den Kopf.
Er zeigte mir einen anderen Weg.
Ich hob die Blume auf,
deine Liebe,
meine Hoffnung,
mein Licht.
Mama, nimm meine Hand,
lass uns gehen,
dorthin, wo der Frieden wohnt,
unter dem alten Feigenbaum,
wo wir jetzt ewig spielen.