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Wenn die Tauben ruhen

Die Kirchenuhr schlägt morgendlich

vom Turm, dem Nachtquartier der Tauben.

In schiefergrau erhebt er sich

und ragt aus schneegeweißten Hauben

der Dächer nebenan hervor.

Es schneit, die Flocken tanzen wieder,

erst wirbelnd, hin und her, empor,

und schließlich federleicht hernieder.

 

Am Horizont zieht abendlich

die Schwärze auf und tausend Lichter

am Festtagsbaum bemühen sich,

durch wilde Tänze flockendichter

Verwehungen zu strahlen. Doch

im Klang der weihnachtlichen Lieder

besinnen sich die Tänzer noch

und schweben sacht zur Erde nieder.

 

Die schwarze Katze schleicht vorbei,

mein Anblick hat sie wohl vertrieben.

Der Schnee lässt ihr kein Plätzchen frei,

sonst wäre sie bei mir geblieben.

Am Marktplatz wird der Baum geschmückt,

er steht noch ohne seine Kerzen,

doch Kinder schauen schon verzückt

mit Ungeduld in ihren Herzen.

Lyrik

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