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Unser Lärm

Die Stadt hält kurz den Atem an,
dann reißt der Himmel auf.
Ein Knall zerbricht die Dunkelheit,
als wär sie schlicht aus Glas.

Funken fallen grell und hart,
sie zischen durch die Zeit.
Die Freude schreit, der Lärm wird Licht,
das keiner leise meint.

Im Hof duckt sich der alte Hund,
die Pfoten eng am Bauch.
Er kennt kein Jahr, kein Morgen mehr,
nur dieses Krachen noch.

Im Wald springt panisch Reh an Reh,
kein Weg führt aus dem Schreck.
Die Nacht steht plötzlich ganz in Brand,
kein Ort hält sie noch fern.

Ein Vogel fährt aus seinem Schlaf,
stößt blind an Draht und Wand.
Ein Flügel bleibt im Zaun zurück,
der Himmel ohne Rand.


Am Straßenrand liegt später still,
was eben noch gerannt.
Ein dunkler Fleck im Neujahrsschnee,
von niemandem genannt.

Die Menschen zählen laut herab,
umarmen sich im Licht.
Sie stoßen an auf neues Glück
und sehen all das nicht.

Kein Feuerwerk fragt, wer es hört,
kein Knall kennt ein Erbarmen.
Die Angst trägt heute viele Namen
und lässt sie ohne Halt zurück.

Wenn morgens dann die Straßen ruhn
und Rauch sich niedersenkt,
bleibt eine Nacht, die Leben nahm,
weil niemand daran denkt.

Und irgendwo, ganz ohne Wort,
bleibt Angst in stillen Gliedern,
bei denen, die sich nicht entziehen konnten
durch uns und unser Lärmen.

Gedicht

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