Schattenwege
Der Weg aus abgewetzten Steinen,
schwarzweiß zum Mosaik gelegt,
mag dir als gut und sicher scheinen,
da er doch deine Schritte trägt.
Die Spur der immer gleichen Gänge,
auf der dein Dasein Runden dreht,
es gibt kein Stoßen und Gedränge,
weil jeder gleich getaktet geht.
Die Ränder bröckeln und zerfallen,
was vorwärtsblickend dunkel bleibt,
du siehst nicht, wenn in Intervallen,
manch Felsen in den Abgrund treibt.
Du folgst dem Trott, dem faden Gehen,
die Schulternähe macht fast blind,
du weißt, du hast es selbst gesehen,
dass andre Pfade möglich sind.
Ein Schritt aus jenem starren Fluss,
zerrt an den Wurzeln deiner Seele,
da blüht die Freiheit, im Genuss,
auf Wegen, die das Licht erwähle.
So lass die Schatten hinter dir,
die Angst, die dich in Ketten hält.
Und finde deinen Weg im Hier,
wo Sehnsucht neue Pfade wählt.