Putzentöög
Ick loop dör mien Huus herüm,
as’n Dier, dat wat söcht.
De Lapp is weg, de Eemer leeg –
de Ornung is verflöcht.
Dor flüstert still de Rest van Grips:
„Dunnerkiel, hör up, Marie!“
Man deep in’t Buuk, dor kribbelt wat,
un Ruh, de harr ik nie.
Siet ik nich mehr am Schrobben bün,
is allens dump un krank.
’n Krümmel hier, ’n Flecken doar,
keen Ding mehr richtig blank.
Ick dreih mi rund in’n Kring,
weil ik keen Enn mehr heb.
De Hannen wund, de Naggels af –
de Dwang höllt mi up Trab.
Ick kann dat Chaos nich begriepen,
de Stööf danzt fro un keck.
He wirbelt still empor, so licht –
un lacht mi eenfach weg.
Ick atm sacht, ik rör mi nich,
ick laat den Stööf blot sien.
He legt sik sacht op Huud un Hart –
un plötzlich bün ik fien.
Anmerkung:
Mein Gedicht auf Hochdeutsch:
Putzentzug
Ich laufe durch mein Haus,
wie’n Tier, das etwas sucht.
Der Lappen fort, der Eimer leer –
die Ordnung ist verflucht.
Da flüstert leis der Rest Verstand:
„Verdammt, hör auf, Marie!“
Doch tief im Bauch, da juckt mich was,
und Ruhe hatt ich nie.
Seit ich nicht mehr am Schrubben bin,
wirkt alles stumpf und krank.
Ein Krümel hier, ein Flecken dort,
nichts bleibt mehr richtig blank.
Ich dreh mich rund im Kreise,
weil ich kein End mehr hab.
Die Hände wund, die Nägel hin –
der Zwang hält mich auf Trab.
Ich kann das Chaos nicht begreifen,
der Staub tanzt frech und keck.
Er wirbelt still empor, so leicht –
und lacht mich einfach weg.
Ich atme sacht, ich rühr mich nicht,
ich lass den Staub nur sein.
Er legt sich mild auf Haut und Herz –
und plötzlich bin ich rein.