Petrus und die Gelbe Tonne
Hier ruht ein Mensch, ganz ohne Tonne,
doch wünscht’ er sich, als letzte Wonne,
nicht Sarg, nicht Urne, sondern schlicht
die Gelbe Tonne als Gesicht.
Die Familie, schwer betroffen,
fragt sich leise: „Darf man hoffen?“
War er wirklich nicht aus Bio,
oder doch nur halb, o mio?“
Er leuchtet nachts, erzählt Geschichten
von Styropor und Plastikschichten,
und grinst dabei ganz fürchterlich,
dass selbst der Himmel fürchtet sich.
Sein Herz war PET, die Seele Tupper,
die Adern Strohhalm, Hirn aus Blubber,
in Dosen, luftdicht, ewig haltbar …
der Wertstoffhof ruft: „Mensch, sei dankbar!“
Kein Friedhof, keine Blumenpracht,
hier wird getrennt, was Plastik macht.
Petrus ruft: „Bio links, Plastik fort!“
Die Leich, verwundert, lacht vor Ort.
Der letzte Gang – nicht Friedhof, nein!
Der Leichenwagen biegt jetzt ein
zum Wertstoffhof, die Crew fragt sacht:
„Kommt das zum Schrott? Wer hat’s gemacht?“
Zu sagen, was hier richtig ist?
Ein Mensch? Ein Joghurtbecher? Mist!“
Die Welt debattiert, ganz ohne Ruh’:
„Sind Menschen Mehrweg? Was meinst du?“
Ein Zertifikat für Wiederkehr …
nachhaltig, plastikleicht und leer.“
Und schließlich, als Designerstück,
wird aus dem Mensch ein Lampenglück.
Anmerkung:
Danke Saudade für den Link ... ohne Worte
https://www.buchenwald.de/geschichte/themen/dossiers/menschliche-ueberreste