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Karl 1917 – Kunkelstube der Seele

Im Gemach der Nacht sitz ich allein,
die Stube atmet Jahre, staubverhangen.
Mein Herz ein Hagestolz, hart wie Stein,
im Bann der Dinge still gefangen.

Wehmut steht wie Magd am Tor
und reicht mir Minne ohne Namen.
Der Weltlauf fließt im fernen Chor,
ich bleibe Fron und Traum zusammen.

Das Fuhrwerk der Erinnerung
rollt stumm durch meiner Stunden Gassen.
Der Postillon der Dämmerung
ruft seinen Leumund aus verblassten Massen.

Ich hadre still mit Herzeleid,
ersinne mir verlorne Gärten,
wo niemand darbt in enger Zeit,
wo Seelentrost die Felder härtet.

In meiner Kunkelstube tief
erzählt der Wind von andren Zeiten.
Er trägt die Worte, die wir nie
zu schreiben lernten, leis im Weiten.

Ob Obrigkeit, ob Unbillsschwere,
es schwindet im entzweiten Atem.
Nur ein Stern, so sanft und hehre,
bleibt über meinem Namen.

Gedicht

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