Im Schacht der Schatten
Schritte hallen donnernd
von Graben zu Graben
durch den schützenden Schacht.
Schwärze will ihn fassen,
ferner Mörserschlag
höhnt wie dröhnender Verdacht.
Finsternis umklammert,
frierend, atemlos,
und die Glieder schwer wie Stahl.
Unbewegt, doch wankend
treibt der Befehl ihn fort.
Tausend leere Helme
tanzen über ihm,
suchen nach Verwundbarkeit.
Wände brechen gleißend,
und das grelle Licht
reißt ihn aus der Deckung weit.
Angstbefreites Schweben -
durch ein Nebelgrau
pixelt sich die Welt zu Trümmern,
und im Rausch der Stille
sieht er, wie sein Leib zerschellt.
Türme stürzen Türme,
Straßen wogen wild,
Feuerregen kühlt.
Leuchtraketen schreiben
wirre Elegien.
Die Sirenenklage spielt
in dumpfen Takten
hoch vom Wachturm
eine Schicksalssymphonie.
Und die Schattenmänner
auf dem Schachbrettfeld
finden keine Harmonie.
Schranken vor den Ruinen
hindern seine Sicht
auf den Trümmergrund.
Und zwei Flaschengeister
kauern auf dem Sims,
ihre Lippen blutig wund.
Die Gedanken schneiden
tief ins Labyrinth,
bis ein weiter Riss entsteht,
und die Momente drehen sich
zu einem letzten Augenblick.