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Im Haus der alten Zeiten

Ein Hauch von Heim, das Alter schmeckt,

ein leiser Duft aus fernen Tagen.

Mit Staub vermischt, der Schleier weckt

die Zeit, die wir im Herzen tragen.

 

Der Kühlschrank birgt die Einsamkeit,

hinter Wurst, die alt und grau.

Sie flüstert mir von früher Zeit,

schimmelt heimlich, kalt und rau.

 

Ein Schatten zieht durchs Wasserrund,

die Fische blicken stumm hinaus.

Sie ahnen, was ich nicht mehr kund,

ich such mein Lächeln hier im Haus.

 

Erinnerungen wohnen oben,

im ersten Stock, beim alten Brot.

Sie lassen Lücken, kaum zu loben,

und wenn ich such, ist alles tot.

 

Das Treppensteigen fällt mir schwer,

mein Kopf ist manchmal sonderbar.

Die Stufen tragen mich nicht mehr,

wie’s früher einmal möglich war.

Manchmal klingelt mein altes Rad,

fragt, ob ich noch das Stürzen kann.

Ich lache: „Üben tu ich’s grad,

ganz ohne Helm und Sattel dann.“

 

Es lacht und rollt im hellen Schein,

wie einst, als alles leichter schien.

Ich bleibe stehen, ganz allein,

im Flur der Dinge, mittendrin.

 

Die Zimmerpflanze winkt mir matt,

ihr Blattwerk längst im Streik geblieben.

Sie weiß, dass ich vergessen hab,

zu wässern, wie es Pflanzen lieben.

 

In Kisten schlummert Kinderglück,

von Motten leise fortgetragen.

Nun träum ich mich ganz kurz zurück,

zu einem Rest von ein, zwei Tagen.

 

Mein Kopf ist leer, wie ausgelaugt,

verschlampt, was wichtig einst gewesen.

Wurde PINs, Namen, Codes beraubt,

alles fort, was ich je gelesen.

 

Ich winke meinem Ich zum Geh´n,

die Bilder laufen schwarz und weiß.

Der Abspann flimmert, kaum zu seh’n,

das ist des Alters böser Preis.

Anmerkung:

Das lyrische Ich dieses Gedichts spiegelt nicht meine eigene Lebenssituation wider. Vielmehr entstand der Text aus der Beobachtung eines mir nahestehenden Menschen und dessen Erfahrungen mit dem Älterwerden.

Lyrik

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