Die Hetzer
Sie rufen laut: „Ich denk allein!“,
doch sprechen nur in fremden Tönen,
sie schmieden Witz aus hohlem Schein
und schwören Treu dem eignen Stöhnen.
Der Held mit Klick im Abendlicht,
verkündet laut die neue Richtung,
dass „Mut zur Wahrheit“ Pflicht verspricht,
doch endet’s stets in Ich-Verkrümmung.
Der Spötter schreibt mit stolzem Sinn,
sein Herz im Fett der Worte badend,
und glaubt, weil er empört darin,
die Welt sei klüger, selbstbeladend.
Der Lautmann schreit: „Ich bin kein Feind!“,
doch seine Hand zielt auf die Schwachen.
Wer anders denkt, wer leis erscheint,
den will er stolz zu Boden lachen.
Der Hetzer schreibt, als wär’s Gebet,
sein Wort aus fremden Federn brennend,
und glaubt, wer schweigt und lauschend späht,
sei höherstehend, weltverkennend.
Die Wahrheit tanzt im grellen Licht,
in Posen süß und Sprüchen heilig,
ein jener spricht: „Ich irr mich nicht“,
und irrt sich dabei fürchterlich.
Sie weiß, wie Wind durchs Feuer zieht,
wie Glut verlischt in alten Steinen,
dass, wer zu laut vom Worte glüht,
sich selbst verglimmt im eignen Weinen.