Der Patriarch im Prunk und das unsichtbare Leid
Er thront im Glanz der großen Villa,
sein Blick aus Eis, sein Wort ein Schnitt.
Die Frau, geschmückt wie ´ne Trophäe,
verbirgt die Schatten im Gesicht.
Zwei Kinder schleichen durch die Zimmer,
ihr Lachen leise, kaum ein Hauch.
Sie lernen früh, wie Angst sich anfühlt,
und zählen heimlich jeden Tag.
Die Hand, die streichelt, kann auch schlagen,
die Faust, sie trifft, wenn’s niemand sieht.
Die Mutter schweigt, ihr Blick ein Schutzschild,
ihr Körper trägt, was niemand ahnt.
Er tadelt sie, sie sei zu schwach,
zu laut, zu dumm, zu wenig schön.
Die Kinder ducken sich im Schatten,
ihr Spiel ein stummes Fliehen schon.
Der Tisch biegt sich vor Überfluss,
doch keiner wagt sich, hinzuschauen.
Hinter Wänden flüstern Stimmen,
die Tränen trocknen ungeseh’n.
Nach außen strahlt das Bild der Einheit,
die Autos glänzen vor dem Haus.
Die Nachbarn grüßen, ahnen wenig,
vom stummen Leid im goldnen Bau.
Die Gäste loben seine Kinder,
die Frau, so still, so elegant.
Er lacht und spielt den guten Vater,
die Fassade wahrt den tiefen Schmerz.
Die Liebe starb im Glanz des Goldes,
die Angst regiert in jedem Raum.
Die Villa glänzt, die Fenster spiegeln
ein Leben, das am Traum zerbrach.
Anmerkung:
Als Kontrast zu meinem Gedicht „Der Patriarch“ vom 19.06.2025