Der Patriarch
Er steht im Strom der Pendler, stur,
verhärmt vom Tag, von leerer Pflicht.
Die Augen kalt, die Hände schwer,
vom Alltag matt, entbehrt er Licht.
Sein Blick ist scharf, doch nicht für sich,
er zählt die Kinder, zählt sie laut.
Acht Münder, hungrig, blass und still,
die Hoffnung längst im Staub verstaut.
Die Namen kennt er selten noch,
zu viele sind’s, zu viel Geschrei.
Die Frau, sie trägt das nächste Kind,
er zwang sie zum Geschlechtsverkehr.
Er schimpft, sie esse viel zu viel,
doch auf dem Tisch liegt kaum ein Brot.
Die Kinder suchen nachts im Müll,
die Mutter weint in stummer Not.
Er stiehlt, doch nicht aus Not allein,
sondern aus Zorn, aus kaltem Groll.
Die Kamera, sie sieht ihn an,
doch Hunger bleibt der eig’ne Lohn.
Die Ämter nicken, Akten schwer,
die Nachbarn tuscheln hinter Türen.
So viele Kinder, keine Wahl –
die Frau darf sich nicht selbst regieren.
Das Auto rostet vor dem Haus,
ein Zeichen alter, falscher Macht.
Der Mann, er weint mit leerer Brust,
die Liebe ist in ihm zerbrochen.
Die Frau, sie sammelt Essensreste,
ihr Blick ist müd, ihr Herz ist leer.
Der Hunger ist ihr ständig‘ Gast,
Verhütung bleibt ihr stets verwehrt.
So wächst die Not, so wächst das Leid,
die Kinder frieren, werden blass.
Und er? Er sieht sich nie als Schuld,
verloren in dem alten Hass.