Aschekind - Die Melodie des Krieges
Liegt ein kleines Kind im Sterben,
zwischen Scherben, atmet schwer,
und des Dunkels zäher Schatten,
leckt das letzte Leben leer.
Ist etwas aus Stahl gefallen,
das vom Hass und Tode sang,
und die Noten sind verflogen,
als der Tag wie Glas zersprang.
Leise Rufe sprengten Felsen
und das Grollen hallt noch nach,
stürzten ab auf Weg und Stufen
und die junge Brücke brach.
Lachen wurde mitgezogen,
das die Träume mit sich riss,
selbst das Hoffen wollte folgen,
tief hinab, zur Finsternis.
Blind erscheinen alle Fenster
und verschwommen ist das Bild,
das noch eben voller Farben,
keinen Lebensdurst mehr stillt.
Traurig steh ich vor dem Spiegel,
lichtlos malt sich mein Gesicht
und nur hinter schwarzen Augen,
flackert winzig noch ein Licht.
In mir zerrt ein lautes Schweigen
und der Schlaf, er nimmt mich still,
soll sich alles Graue zeigen,
das sich zu mir legen will.
Und im Dunkel, tief verborgen,
regt sich leise neues Sein,
aus der Asche wächst ein Morgen,
schimmert Hoffnung sacht hinein.