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Am Rande des Morgens
Ein Kind erwacht im Staub der Nacht,
sein Atem flackert – scheu, verhalten.
Ein Wind streicht durch das Dach, ganz sacht,
wie Hände, die bewahren wollten.
Die Mutter sitzt im Kerzenschein,
ihr Blick verliert sich, müd und trübe.
Wie fein der Faden muss doch sein,
an dem sich Zeit und Hoffnung übe.
Der Vater lauscht, das Gewehr bleibt stumm,
zu müde, Hass noch auszuhalten.
Er streicht dem Kind die Stirn – und drum
liegt Frieden flüchtig in den Falten.
Ein Dorf, zerfurcht von grauem Sand,
die Luft riecht nach verbrannter Erde.
Kein Feind, kein Held, kein Vaterland –
nur Menschen, die zu Menschen werden.
Und über Dünen, Schattenland
zieht Nacht ihr Tuch mit sanftem Beben.
Ein Kind, das in der Stille stand,
beginnt im Traum, sich still zu regen.
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