Als die Farben verblassten
Früher, als die Welt noch voller Farben war,
malten Sonnenstrahlen helle Linien auf den Asphalt,
das Lachen der Menschen schwebte wie Seifenblasen
über den Straßen, leicht und flüchtig.
Kinder spielten unbeschwert,
ihre Stimmen wie bunte Drachen im Wind,
und die Alten webten Geschichten
gegen die Stille der Nacht.
Heute schleicht der Staub wie ein hungriger Wolf
durch die Gassen,
Trümmer wachsen zu schweigsamen Skulpturen,
Blut hinterlässt stumme Zeichen auf den Mauern,
und Verzweiflung schmiegt sich klamm
an die zerborstenen Fensterscheiben
Die Hoffnung ist ein zerrissenes Segel
im Sturm der Zeit.
Der Tod ist allgegenwärtig,
Kinder irren verloren durch das Skelett der Stadt,
ihre Schatten tanzen wie Geister
zwischen den Ruinen.
Sirenen singen ihr trauriges Lied,
ein Heulen, das die Nacht zerreißt,
und die Menschen laufen davon,
als könnten sie dem Schmerz entkommen,
der wie Dornen in ihren Fersen steckt.
Bomben fallen vom Himmel,
jeder Einschlag reißt neue Wunden
in das Fleisch der Erde,
Trauer tropft von den Dächern
wie Regen aus gebrochenen Wolken,
und Ohnmacht wächst
zwischen den Steinen wie Unkraut.
Die Kriegstreiber sitzen in der Ferne,
zeichnen Linien auf Karten
mit kalten Fingern,
zählen ihre Siege in Zahlen,
während draußen die Hoffnung
im Regen liegt,
ein vergessenes Kind,
das niemand aufhebt.