top of page

Als die Farben verblassten

Früher, als die Welt noch voller Farben war,

malten Sonnenstrahlen helle Linien auf den Asphalt,

das Lachen der Menschen schwebte wie Seifenblasen

über den Straßen, leicht und flüchtig.

Kinder spielten unbeschwert,

ihre Stimmen wie bunte Drachen im Wind,

und die Alten webten Geschichten

gegen die Stille der Nacht.

 

Heute schleicht der Staub wie ein hungriger Wolf

durch die Gassen,

Trümmer wachsen zu schweigsamen Skulpturen,

Blut hinterlässt stumme Zeichen auf den Mauern,

und Verzweiflung schmiegt sich klamm

an die zerborstenen Fensterscheiben

Die Hoffnung ist ein zerrissenes Segel

im Sturm der Zeit.

 

Der Tod ist allgegenwärtig,

Kinder irren verloren durch das Skelett der Stadt,

ihre Schatten tanzen wie Geister

zwischen den Ruinen.

Sirenen singen ihr trauriges Lied,

ein Heulen, das die Nacht zerreißt,

und die Menschen laufen davon,

als könnten sie dem Schmerz entkommen,

der wie Dornen in ihren Fersen steckt.

Bomben fallen vom Himmel,

jeder Einschlag reißt neue Wunden

in das Fleisch der Erde,

Trauer tropft von den Dächern

wie Regen aus gebrochenen Wolken,

und Ohnmacht wächst

zwischen den Steinen wie Unkraut.

 

Die Kriegstreiber sitzen in der Ferne,

zeichnen Linien auf Karten

mit kalten Fingern,

zählen ihre Siege in Zahlen,

während draußen die Hoffnung

im Regen liegt,

ein vergessenes Kind,

das niemand aufhebt.

Lyrik

​

Impressum​

Datenschutzerklärung

© 2026 Sigrun Al-Badri

Alle Rechte vorbehalten. Die auf dieser Website veröffentlichten Texte und Fotografien sind urheberrechtlich geschützt, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.

Erstellt mit Wix.com

bottom of page